Chronik der SpVgg Steinkirchen, anlässlich der 50-Jahr-Feier im Jahr 2007

Lieber Sportfreund, nachfolgend soll der Ablauf unserer Vereinsgeschichte in kurzen Zügen wiedergegeben werden.

Ein kleiner Kreis von sportbegeisterten jungen Männern, Ortsansässige wie Vertriebene, fanden sich im Jahre 1946, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Gasthaus Sammer in Steinkirchen ein und gründeten einen Sportverein. Zum ersten Vorstand wurde Lehrer Fritz Klee gewählt. Sportplatz und Vereinslokal stellte Familie Sammer zur Verfügung.

Der SV Steinkirchen verlegte 1948, nach der Währungsreform, seinen Standort nach Pischelsdorf und bestand als unabhängiger Fußballverein bis zum Jahr 1979.

Den Grundstock zur Gründung der Spielvereinigung Steinkirchen legten im Herbst 1957 die Spieler der 1. Mannschaft Herbert Gansera, Manfred Hilbich, Hermann Mahl, Erich Langer, Anton Lönner und Franz Scherrer sowie einige treue Anhänger. Zum 1. Vorstand wurde Rudolf Heinze gewählt. Sein Stellvertreter Georg Scherrer übernahm die Mannschaftsbetreuung, und die Kassengeschäfte führte Engelbert Postl. Mancher aus den Reihen der Gründungsmitglieder hat dem Verein bis heute die Treue gehalten. Derjenigen aber, die nicht mehr unter uns weilen, wollen wir dankbar gedenken.

Schon einige Wochen nach der Gründung wurde der aktive Spielbetrieb aufgenommen und eine Fußballmannschaft aufgestellt, die in einem Freundschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft des TSV Hilgertshausen die Feuertaufe bestand.

Bevor der Verein im Herbst 1958 zu den Punktespielen zugelassen wurde, trug man zur Vorbereitung Freundschaftsspiele aus. Die Spiele um die Punkte in der C-Klasse waren wenig erfolgreich, bis schließlich 1963 der Durchbruch zur Spitze gelang. Maßgeblichen Anteil daran hatte Franz Xaver Deisenbeck, der 1962 vom A-Klassenverein SV Petershausen kam und der Denker und Lenker der 1. Mannschaft war.

 

Nach zwei weiteren Aufstiegsspielen in Baar gegen DJK Eichstätt 0 : 0 und 0 : 1 wurden die Klassen neu eingeteilt, was zur Folge hatte, dass die Fußballer der SpVgg Steinkirchen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte der nächsthöheren B-Klasse angehörten.

Nach dem ersten Spieljahr in der B-Klasse war die Mannschaft im unteren Drittel der Tabelle zu finden. Die weiten Anfahrtswege zu den Vereinen und ungünstig bemerkbar, nach Ende der Runde 1964/65 stieg der Verein wieder in die C-Klasse ab. Dennoch waren die Steinkirchener Sportler gern gesehene Gäste bei Pokalturnieren. Als Außenseiter eingeladen, konnten sie 1965 in Gerolsbach zum ersten Mal ein Turnier gewinnen.

In der Spielsaison 1968/69 konnte die SpVgg den 3 die Verletzungen einiger Stammspieler machten sich bei den Spielen. Platz belegen und in anschließenden Pokalturnieren zweimal als Sieger den Platz verlassen. Erfolgreich war auch das Spieljahr 1970/71 mit der Erringung des Meistertitels in der C-Klasse und dem Aufstieg in die B-Klasse, in der 1971/72 sogar ein Platz in der Tabellenmitte erreicht wurde.

Aber schon im Jahr darauf musste der Verein wieder den Weg zurück in die C-Klasse antreten, da gegen erheblich stärkere Vereine eigenes Training und Kameradschaft zu schwach waren. Nachdem 1974 nicht weniger als vier Stammspieler aus der 1. Mannschaft abtraten, konnten die Lücken dank einer soliden Jugendarbeit und mit dem Aufbau einer neuen Mannschaft ausgefüllt werden.

Mit dem Erreichen des 5. Tabellenplatzes 1974/75 war man dann auch durchaus zufrieden. Der erwartete Aufwärtstrend im folgenden Jahr blieb jedoch aus, da die Mannschaftsleistung großen Schwankungen unterworfen war, zumal wechselnd 24 Spieler eingesetzt werden mussten, was einer konstanten geschlossenen Mannschaft nicht dienlich war. Im Jubiläumsjahr 1976/77 strebten die Fußballer eine führende Rolle in der C-Klasse an. Aber auch diesmal war hinderlich, dass zwei der fähigsten Spieler sich zurückgezogen und drei andere wegen Krankheit bzw. beruflicher Beanspruchung nicht mehr regelmäßig spielen und trainieren konnten. Wieder mussten junge Fußballer in die Mannschaft genommen werden. Mit dem 10. Tabellenplatz Ende der Saison konnte man unter Berücksichtigung aller Umstände dennoch zufrieden sein. Ein ganz besonderer Dank soll an dieser Stelle Heinz Meinzer, damals selbst aktiver Spieler, gesagt sein, der seit 1973 die Senioren trainierte.

Durch die Auflösung des SV Steinkirchen im Jahre 1979 konnte sich die Mannschaft zwar personell verstärken, aber die Platzierung in der Tabelle ließ immer noch zu wünschen übrig.

Mit wechselnden Erfolgen wurde in den Punkterunden gespielt und am Ende der Saison war die Mannschaft im letzten Tabellendrittel zu finden. Mit Spielertrainer Arno Spiwek kam kurzzeitig ein Aufschwung, die Mannschaft konnte sich im ersten Tabellendrittel etablieren, doch er musste berufsbedingt seinen Wohnort nach Norddeutschland verlegen.

Auch die 2. Mannschaft verdient, erwähnt zu werden. Fast ausschließlich spricht man immer von der 1. Mannschaft, während die Reserveelf nicht selten den Kürzeren zieht. Dabei stehen diese Fußballer, genau wie ihre Kollegen aus der Ersten, Sonntag für Sonntag in harten Punktekämpfen und mussten dann, wenn Not am Mann war, ihre Besten an die Erste abgeben.

Leider konnte der Spielbetrieb ab der Saison 2006/07 für die Zweite nicht mehr aufrechterhalten werden, da das Spielerpotenzial für zwei Senioren-Mannschaften nicht mehr ausreichte. Großer Wert wird auf die Jugendarbeit und den Nachwuchs gelegt.

Angeregt durch die Erfolge der A-Jugend, die 1971/72 die Meisterschaft gewann, wurde in dieser Zeit eine 2. Jugendmannschaft gebildet und 1972 eine C-Jugend-Mannschaft ins Leben gerufen.

Dem weiteren Ausbau des Vereins folgte 1975 eine E-Jugend-Mannschaft. Gerade die jungen Nachwuchsspieler jagen mit großem Eifer dem Leder nach und freuen sich überschwänglich bei Siegen, vergessen aber auch die Niederlage, wenn ein neues Spiel ansteht. In der Fußballabteilung nehmen zur Zeit sieben Mannschaften am Spielbetrieb teil, nämlich die 1. Mannschaft und sechs Jugendmannschaften (B-, C-, D-, E1-, E2- und F-Junioren), ein Verdienst des Abteilungsleiters Anton Treiner mit seinem Spielleiter Hans Thurner jun. sowie dem Jugendleiter Josef Meßner und seinen Betreuern.

Zum 20-jährigen Jubiläum 1977 errichtete die SpVgg Steinkirchen unter ihrem 1. Vorstand Georg Brauneis einen zweiten Fußballplatz. Der finanzielle Grundstock hierfür wurde von der ehemaligen Gemeinde Steinkirchen unter Bürgermeister Anton Lönner mit seinem Gemeinderat gelegt. Aus Förderungsmitteln durch die Eingemeindung zum 1.4.1975 nach Reichertshausen wurden für diese Baumaßnahme 20 000 Mark von der aufnehmenden Gemeinde Reichertshausen zur Verfügung gestellt.

Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1982 nahm der Verein weitere Baumaßnahmen unter dem 1. Vorstand Gert Fischer in Angriff: Neubau von Umkleideräumen mit Duschanlage sowie zwei Stockbahnen und Installation einer Flutlichtanlage auf dem Trainingsplatz 1985. Durch die Sparsamkeit von Gert Fischer konnten auch spätere Baumaßnahmen zielbewusst in Angriff genommen werden.

In der Ära Werner Weißenfels wurden die lang ersehnten zwei Tennisplätze 1994 ihrer Bestimmung übergeben. Sein Nachfolger Gotthard Valier investierte auch wieder, beim Hauptplatz wurde die Drainage erneuert. Neben den zwei Tennisplätzen wurde ein drittes Tennisfeld und für den Jugendspielbetrieb ein Kleinfeldplatz gebaut.

Der derzeitige Vorstand Reiner Thielsch, seit 2005 im Amt, nahm mit seinem Vereinsausschuss und dem Bauausschuss unter dem Vorsitz von Thomas Neufeld die wohl größte Baumaßnahme in der 50-jährigen Vereinsgeschichte, die Erweiterung der Umkleidekabinen und Erneuerung der sanitären Anlagen, in Angriff. Zur Baumaßnahme wurden über 2.700 freiwillige Arbeitsstunden von den Vereinsmitgliedern geleistet. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Diese ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Anlage wandelt Sonnenenergie in Strom um, welcher in das Netz von E.ON-Bayern eingespeist wird. Durch diese Maßname wurde für die SpVgg für die nächsten Jahrzehnte eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen.

Neben der Abwicklung des Sportbetriebes widmete sich der Verein, der 1974 in das Vereinsregister eingetragen wurde, aber auch gesellschaftlichen Veranstaltungen wie Faschingsbällen, Wandertagen, Wald- und Weinfesten. Wesentlich dazu beigetragen hat die Gemeinde Reichertshausen, mit der Errichtung der Mehrzweckhalle im Jahr 1990 neben dem Schulgebäude in der Ortsmitte. An dieser Stelle muss auch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Reichertshausen erwähnt werden. Unter Bürgermeister Hans Oberhauser und seinem Nachfolger Reinhard Heinrich unterstützte und unterstützt die Gemeinde durch die Vereins-Förderungsrichtlinien überdurchschnittlich die Vereine in der Gemeinde.

Hierfür unseren herzlichen Dank. Der Verein hat in all den 50 Jahren seines Bestehens viele Höhen und Tiefen durchlaufen. Es liegt immer wieder an den verantwortlichen Führungskräften und in nicht geringem Maße an den Aktiven aller Abteilungen, durch ihre Mitarbeit den Verein zu erhalten und zu fördern.